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Informationen zur Karte, zum Verlag und zur Geschichte der
Entdeckungsfahrten
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Der Kupferstich von Johann Baptist Homann ist
etwa 55,0 x 48,5 cm groß und stellt eine der dekorativsten und detailreichsten
Weltkarten der Zeit um 1720 dar. Sie wurde in mehreren Schritten bei hoher
Auflösung eingescannt, dann wurden die Teilbilder im Computer wieder passgenau
zusammengesetzt und vorsichtig retouchiert (Fleckentfernung, Kontrast- und
Helligkeitsausgleich). Beim Erwerb der CD ist die daraus entstandene Masterdatei (110 MB) enthalten. Das Bild hat bei einer Auflösung von
300 dpi und 24 bit Farben eine Größe von 6637x5739 Pixeln.
Die beiden großen Hemisphären auf der Karte sind von einer Vielzahl lebendiger Darstellungen umgeben. Ganz oben halten zwei Engel das Titelbanner hoch. Im oberen und unteren Zentrum der Karte befinden sich zwei Sternkarten, in die phantasievolle Sternbilder eingearbeitet sind. Die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft sind in den vier Ecken symbolisiert. Unten links wird die Geschichte eines Vulkanausbruchs mit einem Erdbeben dargestellt, auf der gegenüberliegenden Seite schießen Wasserhosen aus dem Meer auf, und Schiffe versinken in einem Mahlstrom. Daneben spannt sich ein Regenbogen über eine Landschaft mit Bäumen und Menschen.
Am unteren Rand befindet sich eine umfangreiche Textpassage in Latein, an den "wohlmeinenden Betrachter" gerichtet.
Als gestrichelte oder gepunktete Linien sind die Routen einiger Entdeckungsreisen,
unter anderem von Magellan und Tasman eingezeichnet.
Die Karte zeigt vor allem aber sehr aufschlussreich den Umfang des geographischen Wissens zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Das Entstehungsdatum der Karte liegt um
1716 - 1720.
Bei genauem Hinsehen findet man, dass viele Angaben extrem spekulativ sind, so zum Beispiel der Verlauf der großen Flüsse in Afrika. Weite Teile von Kanada und Australien sind noch völlig unbekannt.
Der nördliche Teil der Westküste Nordamerikas ist falsch eingezeichnet. Das Land wird als Terra Esonis bezeichnet. Auch ein großer Teil des Pazifischen Ozeans ist unvollständig dargestellt. Australien und Neu Guinea sind nur mit einem Teil ihres Küstenverlaufs angedeutet, ebenso Neuseeland. Andere kartographische Details sind dagegen trotz fehlender Kenntnisse ausgeführt, etwa ein großes Land "Terra Jedso" nördlich von Japan. Auch im Atlantik gab es noch einige Unklarheiten: südlich von Grönland ist eine Insel mit Namen Friesland angedeutet. Afrika war zu Homanns Lebzeiten noch ein weitgehend unbekannter Kontinent, der Verlauf des Oberlauf des Nils wurde erst über hundert Jahre später erforscht. Trotzdem zeigt die Karte den Verlauf des Stromes und behauptet, dass die Nilquellen (Fontes Nili) im südlichen Afrika liegen, und dass ein anderer Quellfluss des Nils (Nilus ater) mit dem Niger aus einem gemeinsamen Gebiet entspringt. Auch die Lage und Größe der afrikanischen Seen ist ungenau, zum Teil Spekulation. Gerade in den Fehlern liegt aber ein besonderer Reiz der Karte, abgesehen von der detailreichen, ästhetischen Ausgestaltung: zeigen die Fehler doch anschaulich, wie begrenzt unser Wissen vor nicht einmal 300 Jahren noch war.
Die Originalkarte hat eine Fläche von etwa 55,0 x 48,5 cm. Abgesehen von einigen Knicken und Flecken ist sie in sehr gutem Zustand, in einigen Teilen sorgfältig restauriert (z.B. im unteren rechten Bereich). Sie wurde in mehreren Schritten bei hoher Auflösung eingescannt, die Teilbilder im Computer passgenau zusammengesetzt und vorsichtig retouchiert (Fleckentfernung, Kontrast- und Helligkeitsausgleich). Die Normaldarstellung ist im Vergleich mit dem Original etwas vergrößert, während die hochauflösende Darstellung eine recht starke Vergrößerung liefert und das Studium von Details
ermöglicht.
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Johann Baptist Homann (1663-1724) und der Homann'sche Kartenverlag |
Die Zeit vom 17. und 18. Jahrhundert ist von einer wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Aufbruchstimmung geprägt, die sich
auch in dem Interesse an großen Entdeckungsreisen äußerte. Europäische Fürstenhäuser und reiche Kaufmannsfamilien finanzierten diese Reisen in der Erwartung, neue Länder in Besitz nehmen zu können, neue Rohstoffquellen zu finden und Märkte zu erschließen. Genaue Karten und Navigationsinstrumente waren enorm wichtig für den Erfolg solcher
Unternehmungen und wurden dementsprechend oft wie Staatsgeheimnisse gehütet. Verlage aus Holland, England und Frankreich dominierten die Landkartenherstellung im 17. Jahrhundert. Im deutschsprachigen Raum entstand erst ab etwa 1650 als Nebenzweig der Kupferstecherkunst ein Kartenzeichnergewerbe. Dabei wurden im wesentlichen schon
vorhandene ausländische Karten kopiert. J.B. Homann gründete 1702 in der freien Reichstadt Nürnberg seinen eigenen Kartenverlag, und ihm gelang es, sich gegen die ausländische Konkurrenz durchzusetzen. Auch er begann mit dem Kopieren
fremder Karten, erstellte dann aber zunehmend eigene. Bis zu seinem Tode entstanden etwa 200 Originale. Bekannt wurde vor allem sein "Großer Atlas" mit 126 einzelnen Tafeln, der im Jahre 1716 veröffentlicht wurde.
Eines seiner schönsten Werke ist die Weltkarte "Planiglobii Terrestris Cum Utroq Hemisphaerio Caelesti Generalis Exhibitio", die etwa in das Jahr 1720 zu datieren ist. 1715 wurde Homann von Karl dem VI. zum kaiserlichen Geographen ernannt. Die "Homann-Karten" sind auch heute noch bei Geographen ein Begriff, sie stehen in bekannten Sammlungen und werden weltweit in Antiquariaten gehandelt.
Nach dem Tod von J.B. Homann übernahm sein Sohn Johann Christoph Homann 1724 den Verlag. Er starb schon 1730. Danach übernahm J.M. Franz und der Schwiegersohn des Johann Baptist Homann, Ebersperger als "Homannsche Erben" die Firma. Bekannte Kartographen, darunter J.G. Doppelmayr, J.G.Gregorii, J.M. Hase, E.D.Hauber, Johann Hübner, G.M. Lowitz und T. Mayer finden sich in der weiteren Nachfolge. Die Firma bestand bis ins 19. Jahrhundert.
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Chronik: Auf den Spuren der Entdecker |
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Das Zeitalter der großen geographischen
Entdeckungsfahrten erstreckte sich über rund 400 Jahre, von etwa 1450 bis
1850. Homanns Karte gibt uns also sozusagen einen Zwischenbericht. Um den Stand
seines Wissens besser einordnen zu können, seien hier einige wichtige
Meilensteine genannt: |
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1492 landet der Genueser Cristoforo Colombo, der sich
selbst Cristobal Colon nannte, auf Guanahani, einer zu den Bahamas gehörenden
Insel. Er glaubte, den westlichen Seeweg nach Indien gefunden zu haben, aber
tatsächlich hatte er den in Europa bis dahin unbekannten Kontinent Amerika
entdeckt. Gleichzeitig wollte er mit seiner Fahrt den Nachweis erbringen, dass
die Erde rund ist. |
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1497-98 Vasco da Gama findet den Seeweg nach Indien. Im
Auftrag Manuels I. von Portugal umsegelte er das Kap der Guten Hoffnung und
erreichte über Moçambique und Mombasa Calicut an der vorderindischen Westküste.
Hiermit wurden jahrhundertealte arabische Monopole gebrochen, und Portugal
wurde durch den Handel mit Gewürzen, aber auch Sklaven und Gold zu einem der
reichsten Länder Europas. |
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1518-22
Fernando Magellan oder Fernao de Magalhaes versucht im Auftrag der spanischen
Krone, die Erde in Westrichtung zu umsegeln. Er stirbt während der Fahrt, die
Fahrt wird jedoch von Juan Sebastian del Cano
zu Ende gebracht. Damit
war der endgültige Beweis für die Kugelgestalt der Erde erbracht, und die Menschen
bekamen endlich eine Vorstellung von der wahren Dimension der Erde. |
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1642-44 Abel Janszoon Tasman entdeckt Tasmanien,
die Südinsel Neuseelands, Tonga und die Fidschi-Inseln. Auf einer zweiten Reise
erkundet er die gesamte Nordwestküste Australiens. |
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ca. 1716 - 1720 Entstehung
von Homanns Karte |
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1769-70 James Cook bricht von Plymouth aus in die Südsee
auf, wo er zwei Aufgaben zu erfüllen hat. Auf Tahiti soll er die Wanderung der Venus über die Sonne verfolgen.
Die gleiche Messung wird von verschiedenen Teams an mehreren Orten der Erde
durchgeführt und soll die Entfernung der Erde von der
Sonne bestimmen. Cook
hat aber auch den Geheimauftrag von der britischen Krone, im Pazifik nach einem südlichen Kontinent zu
suchen, der Terra Australis Incognita.
Cook umsegelt die Nord- und die Südinsel Neuseelands und kartiert die Küstenlinien.
Er erreicht schließlich
die Ostküste Australiens und erklärt sie zu britischem Eigentum. Zwei
weitere Reisen in die Südsee folgen. Erst durch Cooks Fahrten wurden
viele geographische Rätsel im Pazifik gelöst. |
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1840-73 David Livingstone,
ein schottischer Missionar reist in Ostafrika. Der deutsche Missionar Johannes Rebmann
bekommt 1848 als erster Europäer den
Kilimanjaro zu Gesicht. Ab 1857 erkunden die Briten Speke, Burton und Grant
die Nilquellen. |
Wenn hier von Entdeckungen gesprochen wird, geschieht
dies natürlich aus der europäischen, wissenschaftlichen Sicht, denn die
"entdeckten" Länder waren längst besiedelt. Grund für die Fahrten
waren wissenschaftliche Neugier und christliches Sendungsbewusstsein, aber
auch rücksichtslose Profitgier. Ein weiterer Grund war, dass eine Reihe
technischer Neuerungen die Aussicht auf den Erfolg kostspieliger Expeditionen
deutlich vergrößerte. So war die Segeltechnik verfeinert worden, die
bevorzugten Schiffe, hölzerne Karavellen, waren genauer zu manövrieren und
konnten auch bei seitlichen Winden noch Fahrt machen. Die Seefahrer
navigierten mit Hilfe des Magnetkompasses, der im 14. Jahrhundert in Italien
erfunden wurde, und der Gestirne. Ein Quadrant diente dazu, die Höhe der Sonne oder
bekannter Sterne über dem Horizont zu bestimmen. Daraus konnte
der Breitengrad der aktuellen Position errechnet werden. Die Bestimmung des
Längengrads stellte dagegen lange Zeit ein großes Problem dar. Für die
Messung der Geschwindigkeit wurden z.B. Schnüre mit daran angebrachten
Längenmarkierungen und einem großen Holzklotz am Ende ins Wasser abgespult
und die Zeit registriert, in der eine bestimmte Länge der Schnur abgerollt
war. Die vorhandenen Karten waren oft nicht nur ungenau, sie enthielten auch Orte
und Ereignisse, die eher der Phantasie entsprangen, oder sie wurden gleich als
Staatsgeheimnisse verschlossen gehalten. Die Angst reiste immer mit, besonders
bei den Mannschaften. Berichte über sagenhafte Seeungeheuer, Mahlströme und
kochende Gewässer machten die Runde. Hinzu kamen die ganz reellen Gefahren
durch Stürme, Hunger und Eingeborene, die sich gegen die meist als Eroberer
auftretenden Eindringliche wehrten.
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Fernando Magellan
Zwei Reiserouten fallen auf der Karte Homanns besonders
auf und sollen hier genauer betrachtet werden, es sind die von Fernando Magellan und
von Abel Tasman. Fernao de
Magalhaes, wie er in Portugal genannt wird, wurde etwa 1480 im Norden
Portugals geboren. Er nahm an verschiedenen Kriegszügen des sich ausweitenden
portugiesischen Kolonialreiches teil, überwarf sich aber 1515 mit König
Manuel I. Er ging nach Spanien, gründete eine Familie und bot König Karl I.
seine Dienste an. Dieser erklärte sich bereit, eine kleine Flotte aus fünf altersschwachen Schiffen für Magellans verwegenen Vorschlag auszurüsten,
eine Durchfahrt vom atlantischen Ozean in die Südsee zu finden, um so einen
westlichen Zugang zu den lukrativen Gewürzinseln der Molukken zu bekommen.
Magellan wird zum Admiral und Generalkapitän ernannt und verlässt im
September 1519 den spanischen Hafen Sanlucar de Barrameda zu
seiner legendären Reise. Die dramatischen Ereignisse dieser Fahrt
werden übrigens von Stefan Zweig in seiner Magellan-Biographie aus dem Jahre 1938
sehr anschaulich dargestellt.
Im
Januar 1520 erreicht Magellan den Rio de la Plata, und weit südlich entdeckt
er schließlich die Einfahrt in die später nach ihm benannt Magellanstrasse. Im November erblickt
er die Südsee, den
Pazifik. Unter äußersten Entbehrungen überquert er mit seiner Mannschaft den Ozean und erreicht
schließlich im März 1521 Guam. Nur wenige Wochen später fällt Magellan auf der Insel Mactan (heute
Philippinen) tragischerweise im einem Gefecht mit Eingeborenen. Nur ein einziges Schiff seiner Flotte, die "Victoria",
schafft die Weltumrundung und erreicht schließlich im September 1522 unter Juan Sebastian del Cano
mit einer wertvollen Fracht an Gewürzen den spanischen Heimathafen.
Ohne
Rücksicht auf sich selbst oder seine Mannschaft ordnete Magellan alles seinem
Plan unter. Den 237 Mann Besatzung wurde das Ziel der Fahrt verheimlicht. Als
sie sich schließlich gegen ihn auflehnten, wurde die Meuterei brutal
niedergeschlagen. Skorbut, Hunger, Durst, Infektionen und Kämpfe mit den
Einheimischen kosteten viele das Leben: nur 18 Mann kehrten nach Spanien
zurück. Dem europäischen Zeitgeist entsprach es, dass die besuchten Länder
vereinnahmt wurden, Widerstand der Eingeborenen wurde gewaltsam gebrochen.
Trotz dieser negativen Seiten ist die Leistung Magellans und seiner
Gefährten einmalig. Die Erkenntnis der wahren Größe der Weltkugel bedeutete
einen gewaltigen Fortschritt für die Wissenschaft und für das Bewusstsein der
Menschen und muss in eine Reihe gestellt werden mit den Pioniertaten der
modernen Raumfahrt.
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Abel Janszoon Tasman
Tasman war ein niederländischer Seefahrer,
geboren 1603 in der Provinz Groningen. Er erhielt von Anthony van
Diemen, dem Repräsentanten der niederländischen Ostindienkompanie in Batavia
den Auftrag, den sagenhaften, angeblich unermesslich reichen Südkontinent Terra Australis zu entdecken.
Von Mauritius vor der afrikanischen Küste segelte er mit seiner Mannschaft im
August 1642 mit zwei Schiffen in Richtung Süden bis zum 49. Breitengrad, von dort
unter Ausnutzung der hier häufigen westlichen Winde nach Osten. Als Ende
November endlich Land in Sicht kam, glaubte Tasman die Südküste Australiens erreicht zu
haben. Er erklärte sie zum Eigentum der holländischen Ostindiengesellschaft
und nannte sie zu Ehren seines Auftraggebers van Diemens Land. Unter
diesem Namen ist das Land auch in Homanns Karte eingetragen. Dass es
tatsächlich aber nur eine relativ kleine Insel ist, erkannte Tasman nicht. Sie
wurde später zu seinen Ehren in Tasmanien umbenannt.
Tasman
setzte seine Reise in Richtung Osten fort, und in der Nähe des 160. Längengrades sichtete er
Mitte Dezember 1642 wieder Land. Er glaubte, dass dies ein Vorgebirge der Terra Australis
sei, und dass sich die Landmasse dieses Kontinents südostlich bis nach Kap Hoorn
erstrecke. In Wirklichkeit hatte er die Südinsel Neuseelands erreicht. Die
Eingeborenen zeigten sich nicht besonders freundlich, und beim
Zusammenstoß eines seiner Beiboote mit einem Maori-Kanu wurden mehrere Mitglieder seiner Mannschaft getötet.
Tasman segelte weiter an der Küste der
Nordinsel entlang, ohne Klarheit über die Gestalt der beiden Inseln zu
bekommen. Erst viel später, 1769, entdeckte Cook
die Durchfahrt zwischen den Inseln und konnte die Karte vervollständigen. Auf der Suche nach
Trinkwasser lenkte Tasman seine Schiffe dann nach Nordosten, wo nach älteren
Berichten weitere Inseln liegen sollten. Im Januar 1643 landete er schließlich auf der Tonga-Gruppe.
Wie später auch Cook berichtet er von
freundschaftlichen Begegnungen mit den Eingeborenen. Die Reise ging weiter nach
Nordwest, und im Februar schließlich kamen die beiden Schiffe zu einer
Inselgruppe, die in seinen Karten nicht verzeichnet war, den Fidschi-Inseln.
Tasman war sich nicht mehr sicher, dass seine Wegmessungen noch stimmten und
beschloss, zurückzufahren, da weitere Erkundungen nur ungenaue Ergebnisse
liefern würden. Bei der Rückfahrt vermied er die noch unbekannte Route
südlich von Neu Guinea und wählte die sicherere nördliche Durchfahrt in
Richtung Batavia, wo er schließlich nach zehnmonatiger Fahrt wieder einlief.
Nach dieser Reise war klar,
dass es sich bei dem schon 1606 gefundenen Nova Hollandia, dem heutigen
Australien, nicht um den sagenumwobenen Südkontinent handelte, sondern um
eine Insel, da Tasman ja südlich herum segeln konnte. Die erhofften großen
Reichtümer hatten sich als Legende herausgestellt, und die Holländischen
Kaufleute verloren das Interesse an größeren Expeditionen. Trotzdem stach
Tasman 1644 noch zu einer weiteren Fahrt in See, auf der er die Südküste von
Neu Guinea und die gesamte nordwestliche Küste Australiens erkundete. Diese
zweite Reise ist in Homanns Karte allerdings nicht mehr verzeichnet.
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