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Überblick
Multifunktionkarten ohne Prozessor
Multifunktionskarten mit Prozessor
Multifunktionskarten in externem Gehäuse mit USB-Anschluss
Überblick
Eine bisher noch wenig genutzte Alternative zu "Stand-Alone"-Geräten stellen die Multifunktions-Steckkarten für
Computer dar. In vielen Fällen können Oszilloskope, Funktionsgeneratoren, Verstärker, Schalter etc. durch solche Karten
ersetzt werden, und zwar zu erheblich geringeren Anschaffungskosten. Abgesehen von den Kosten bieten diese Karten Vorteile
bei der Erstellung komplexer Reizstrukturen z.B. in sinnesphysiologischen Experimenten und bei der flexiblen Steuerung von
Versuchsabläufen. Messdaten können programmgesteuert oder mit "user interrupt" online im PC gespeichert bzw.
analysiert werden. Die Karten bieten in unterschiedlicher Anzahl analoge Ein- und Ausgänge, digitale Ein- und Ausgänge
(z.B. zum Schalten von Relais oder zum Zählen von Ereignissen) sowie Zeitgeber- und Zeitmessfunktionen. Wichtige Kriterien
bei der Auswahl sind:
- die maximale Sample-Rate des Analog/Digital-Wandlers (sollte über 100 kHz liegen), und die Ausgabegeschwindigkeit
des Digital/Analog-Wandlers
- die Auflösung (8, 10, 12, 14, 16 bit) und Anzahl der Analog-Digital-Wandler
- die Anzahl der digitalen I/O-Ports
- die Anzahl der Timer (möglichst 3 oder mehr unabhängig programmierbare "clocks")
Die Sample-Rate wird meist in kHz oder MHz angegeben, oft auch als Wandlungszeit in µs. Die tatsächliche
Durchsatzgeschwindigkeit in der Praxis muss um ca. 30% oder noch niedriger veranschlagt werden, da die Daten von der
Software auch verarbeitet werden müssen. Manche Karten besitzen aus diesem Grunde einen kleinen Zwischenspeicher (FIFO), um
Datenstau zu vermeiden. Werden mehrere Kanäle parallel ein- oder ausgelesen, reduziert sich die Geschwindigkeit
dementsprechend.
Dem Vorteil der Kombination mehrerer Geräte auf einer kleinen Karte bei großer Flexibilität des Programmablaufs steht
gegenüber, daß die Programme vom Anwender erstellt werden müssen. Für die meisten Karten, insbesondere die ohne
Prozessor, gibt es jedoch inzwischen recht gute Unterstützung durch die großen Softwarepakete, z.B. LabView und
Agilent VEE (Weitere Info). Zu beachten ist auch, daß die Anschlußkabel und die
Steckverbindungen für den jeweiligen Anwendungsfall im allgemeinen selbst hergestellt werden müssen. Signal conditioning,
also Anpassung der Eingangsamplitude, Filterung der analogen Ausgangssignale (diskrete Stufen!) erfordern möglicherweise
separate Geräte.
Multifunktionkarten ohne Prozessor
Die typischen Multifunktionskarten werden vom Prozessor des PCs und einem dort laufenden Programm gesteuert. Bei
langsamen Computern und zeitkritischen Anwendungen muß berücksichtigt werden, daß die herkömmlichen Computer kein
echtes Multitasking betreiben, also gleichzeitige unabhängige Ausführung von mehreren Programmen, sondern die einzelnen
Programme immer mal kurz anhalten. Aufgrund der heutigen sehr hohen Taktfrequenzen dürfte dies aber nur noch selten
Probleme bereiten.
Multifunktionskarten mit Prozessor
Einige wenige Karten besitzen einen eigenen Spezialprozessor mit RAM auf der Karte, der für Mess- und Steuerungsaufgaben
besser optimiert ist, als der PC-Prozessor. Eigene gute Erfahrungen wurden mit
Karten
der Firma Sorcus gemacht. Preislich liegen diese Mini-Einsteck-PCs nur unwesentlich über dem Niveau vergleichbarer herkömmlicher
Boards.
- Vorteile: Unabhängigkeit vom Host-PC. Dieser dient vor allem zum Einspeichern der
low-level-Programme (auch Macros genannt), sowie zum Auslesen und Ablegen der Daten. Die Macros sind zum Teil sehr
leistungsfähig (z.B. selbständige Erfassung von Ereignissen + Sortierung in Intervallhistogrammen, diverse
Timing-Funktionen etc.). Hardwareausführung und Dokumentation entsprechen professionellen Ansprüche.
- Nachteile: Der Software-Support war bisher ein Problem. Die mitgelieferten Macros mussten in
'Handarbeit' oder mit Hilfe teurer Spezialprogramme in die eigene Anwendung eingebaut werden. Dementsprechend war der
Anwenderkreis klein, mit dem man Programme austauschen konnte. Sorcus bietet aber inzwischen eine verbesserte
Windows-Untterstützung und zusätzlich
LabView-Unterstützung an. Damit dürfte sich der Aufwand deutlich verringern.
Multifunktionskarten in externem Gehäuse mit USB-Anschluss
Durch Herausführen des Computer-Bus können einige PC-Steckkarten auch in externen Gehäusen
(PC frontend) untergebracht werden, z.B. über den seriellen
USB-Bus breiten
Einzug gehalten(auf USB Version 2 achten!). Damit können bei wenig Aufwand relativ preisgünstige
Messdatenerfassungs- und Steuerungssysteme realisiert werden. Beispiele
siehe hier.
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